Montag, 9. Oktober 2017
Mal wieder Neues von der Insel
Nun ist schon einige Zeit seit meinem letztem Eintrag vergangen und es gibt viel zu erzählen.
Erstmal zur Arbeit, die hier eigentlich meinen Alltag bestimmt.
Dazu möchte ich zuerst noch ein Nachtrag zu den verschiedenen Werkstätten, die es in der Einrichtung gibt machen. Vormittags gibt es die Wollewerkstatt (Taller de lana), den Gemüsegarten (Huerta), die Seifenwerkstatt (Taller de Jabones), die Kerzenwerkstatt mit dem Blumengarten (Taller de velas y jardines) und den Bauernhof (Granja). Nachmittags, bzw. nach dem Frühstück gibt es, seit die Küche aufgemacht hat, weiterhin den Gemüsegarten, die Seifenwerkstatt, den Bauernhof, die Kerzenwerkstatt und Blumengarten, aber auch die Holzwerkstatt (Arquitectura viva / madera) und die Hauswirtschaft (Taller madres de casa). Wie schon erwähnt arbeite ich morgens im Gemüsegarten und meine zweite Werkstatt ist die Kerzenwerkstatt mit Blumengarten.
Meine Arbeit im Gemüsegarten besteht bisher vor allem aus gießen und die Wege und Beete von Unkraut befreien. Da die Temperaturen hier noch immer mindestens 25 Grad betragen und es nur selten regnet, ist regelmäßiges Gießen sehr notwendig. Das viele Wasser und die hohen Temperaturen führen dann dazu, dass alles superschnell wächst, einschließlich dem Unkraut, sodass eigentlich jeden Tag genug Unkraut zum jäten da ist und wenn man fertig ist, man wieder von vorne anfangen kann. Ab und zu wird auch gesät und gepflanzt, wobei ich schon Karotten und Zwiebeln säen und einige Blumen in die Beete einpflanzen durfte. Einiges konnte auch schon geerntet werden, wie zum Beispiel Auberginen, Zucchinis, Kürbisse, Paprika, Tomaten und Bananen, von denen wir auch einiges mit nach Hause nehmen durften.
Im Oktober hat nun auch die Küche aufgemacht, sodass sich unserer Tagesablauf noch einmal geändert hat. Morgens arbeite ich von ca. 9 Uhr bis 11:15 Uhr im Gemüsegarten. Dann gibt es ein kurzes Frühstück, das meistens aus Früchten besteht und bei dem ich ca. alle zwei Tage Jemanden füttern muss. Danach bin ich bis um 13:30 Uhr in der Kerzenwerkstatt. Im Anschluss gibt es Mittagessen, das bisher immer richtig lecker war. Danach müssen wir Freiwillige und Mitarbeiter dafür sorgen, dass die Compañeros aus der jeweiligen Gruppe ihre Zähne putzen, und auch die Bäder müssen geputzt werden. Meine Gruppe ist inzwischen vollständig, da aber fast alle relativ selbstständig sind, müssen nur einer Compañera die Zähne geputzt werden.
In der Kerzenwerkstatt haben wir bisher vor allem ausgemistet, aufgeräumt und geputzt, aber am Ende der Woche auch schon die ersten Kerzen gegossen. Außer Kerzen werden in dieser Werkstatt auch Bilder aus Wachs hergestellt. Die ganze Arbeit, in allen Werkstätten und auch beim Bad putzen, etc. wird natürlich immer zusammen mit den Compañeros verrichtet, die helfen so gut sie können.
Eine weitere Änderung besteht darin, dass wir seit dem ersten Mittwoch im September jetzt jeden Mittwochnachmittag einen Spanischkurs haben, in dem wir mit unserer spanischen Spanischlehrerin offene Fragen klären können, die Grammatik wiederholen und auch neue Wörter lernen.

Die Einrichtung besteht zum Einen aus der Tagesstätte für die Compañeros, aber auch aus einem Kindergarten, in dem Eine von uns Freiwilligen mitarbeitet. Da sie vor zwei Wochen drei Tage krank war, musste ich für sie einspringen, was auch eine sehr interessante Erfahrung war. Dort bekam ich erste Einblicke, wie die Anthroposophie im Kindergarten angewendet wird, wie zum Beispiel kurze Ausflüge in den Garten, wo die Kinder beim sähen helfen dürfen und ich durfte die Kinder unter anderem zum Ponyreiten auf einem der Ponys der Einrichtung begleiten.

Dass die Spanier viel und gerne feiern, durften wir auch am ersten Fest, dem Fest „San Miguel“ am 29.09. miterleben. Zu diesem Anlass wurden alle Familien der Compañeros eingeladen und später Kinderspiele veranstaltet. Natürlich wurde auch viel gegessen und man konnte auch außerhalb der Arbeit mal Spaß mit den Compañeros haben.

Aber mein Leben hier auf Teneriffa besteht natürlich nicht nur aus Arbeit. In meiner Freizeit gehe ich seit ein paar Wochen einmal die Woche mit zwei anderen von uns Freiwilligen in einen kleinen, ca. 15 köpfigen Chor, den eine ehemalige Freiwillige der Einrichtung leitet. Dort singen wir englische und auch spanische Lieder und haben nächste Woche sogar schon einen Auftritt auf dem Stadtfest von Adeje.
An den vergangenen Wochenenden waren wir viel am Strand und ein weiteres Mal bei dem Flohmarkt in Guargacho. Außerdem waren wir auf dem 1. Deutsch – spanischen Poetry Slam in der Siam Mall, was uns alle total begeistert hat. An dem darauf folgenden Samstagabend waren wir am Strand „La Caleta“ picknicken, wobei das Wetter leider nicht so gut war und man den Sonnenuntergang nicht besonders gut beobachten konnte.

Picknick am Strand

Letzten Sonntag haben wir dann zu viert einen größeren Ausflug in die Stadt Icod de los Vinos weiter im Norden der Insel gemacht. Mit einem gemieteten Auto sind wir über das Teno-Gebirge gefahren und waren wieder beeindruckt wie sehr und wie schnell sich alles von trocken, kahl und heiß zu grün und bewachsen verändert, wenn man in den Norden fährt. In Icod de los Vinos angekommen wurden wir von angenehmen 20 Grad begrüßt und wir besuchten den „Drago Milenario“, den ältesten Drachenbaum der Kanaren und den Park darum herum. Nach einem Mittagessen, bestehend aus spanischer Paella, besichtigten wir dann noch das „Mariposario“, ein Schmetterlingshaus, von Icod de los Vinos. Am Abend konnten wir dann noch am Playa de Ajabo in Callao Salvaje schwimmen und den Sonnenuntergang genießen.

Drago Milenario



Diese Woche habe ich jetzt erstmal eine Woche Urlaub, Blogeintrag folgt!!



Sonntag, 17. September 2017
Bilder von der Einrichtung
Hier mal ein paar Bilder von der Einrichtung, damit ihr euch vorstellen könnt, wo ich jeden Tag arbeite.


Kleine Wasserquelle
Kleine Wasserquelle mit selbstgemachter Skulptur






Hier wird alles Wichtige für den Garten aufbewahrt




Und immer hat man das Meer im Blick :)


Einige Felder mit Mais, Kartoffeln, Tomaten, Kürbissen, etc. ...


Und auch die Pferde haben eine Koppel mit Meerblick



Sonntag, 3. September 2017
Die ersten Wochen
Inzwischen sind schon 2 ½ Arbeitswochen vorbei.
In diesen Wochen wurde weiterhin innerhalb der Gruppen gearbeitet, sodass ich vor allem im Garten und beim Wolle waschen geholfen habe. Außerdem konnte ich in dieser Zeit bereits sehr viel Neues lernen, insbesondere was die Sprache angeht. Und auch andere, praktische Dinge, wie das Wickeln wurden mir nach und nach gezeigt.
Inzwischen ist meine Gruppe auch um ein weiteres Mitglied gewachsen, sodass ich jetzt für vier Compañeros zuständig bin.
Am Donnerstag wurden alle Freiwilligen in das ,,casa hogar“ eingeladen, da eine der Freiwilligen, die dort arbeitet und wohnt Geburtstag hatte. Das ,,casa hogar“ ist eine Wohngemeinschaft, in der momentan 7 Compañeros wohnen, die dort von zwei Freiwilligen und einigen Mitarbeitern vor und nach der Arbeit betreut werden. An dem Nachmittag, den wir dort verbringen durften, konnte man einige Einblicke in das familiäre Zusammenleben dort bekommen und erlebte die Compañeros auch mal außerhalb der Arbeit.
Am Freitag wurden wir dann in die Werkstätten, in denen wir die nächste Zeit arbeiten werden, eingeteilt. Ich werde vormittags, und bis die Küche fertig ist ausschließlich, im Gemüsegarten arbeiten, sodass sich dadurch für mich nicht viel ändert. Nachmittags werde ich dann im Blumengarten und in der Kerzenwerkstatt arbeiten und im Theater-Workshop, der an einem Tag in der Woche stattfindet, helfen.
Besonders das Wetter hat sich in der letzten Woche sehr verändert. Hitze mit Calima wich kühlerem, wolkigen und windigen Wetter, sodass wir unsere Nachmittage häufig auch mal entspannt in unserer Wohnung verbracht haben, statt den Strand zu besuchen. Das letzte Wochenende konnten wir aber noch am Strand in vollen Zügen genießen.
Diesen Samstag waren wir dann mit gemieteten Autos auf einem Kunsthandwerkermarkt in Pinolere, einem kleinen Ort weiter im Norden, bei dem Künstler von allen kanarischen Inseln ihre Werke vorgestellt und verkauft haben. Schon nach 20 Minuten Fahrt, die sich allein schon durch wunderschöne Aussichten auf das Meer und die Berge gelohnt hat, wurde die Umgebung immer grüner und in Pinolere angekommen wurden wir von Dauerregen und Nebel begrüßt. Doch trotzdem war es ein sehr schöner Markt, der den Besuch durchaus Wert war.
Auf dem Heimweg von Pinolere

Auf dem Weg nach Pinolere